Dienstag, Mai 15, 2012

Entropie verhindert die Vorgänge der Evolutionstheorie.

Auf diese Behauptung reagieren die Evolutionisten mit der Aussage: "...das gilt nur für geschlossene Systeme, die Erde ist aber ein offenes System ..." Zur Überprüfung befassen wir uns erst mit der Frage, was Entropie ist, und dann mit der Frage, welche Auswirkungen ein offenes System hat.

Entropie:
1. Zunahme der Unordnung. Die molekulare Unordnung bewegt sich in einem sich selbst überlassenen, d. h. abgeschlossenen System auf ein Maximum zu.
2. Höherwertige Energie wandelt sich um in geringwertige Energie. In einem sich selbst überlassenen System nimmt die nutzbare Energie mit der Zeit auf ein Minimum ab (Energieentwertung).
3. Veränderungen in der materiellen Welt zielen darum immer und überall nur in eine einzige Richtung: hin zu Zerfall, Unordnung und Energieentwertung.
4. Entropiezunahme ist direkt proportional zu einem Informationsverlust.
5. Organisierte Systeme, wenn sie sich selbst überlassen werden, verlieren im Verlauf der Zeit an Beständigkeit und Organisation.

Beispiele: In einem neuen Kartenspiel sind alle Karten geordnet (großer Informationsgehalt). Durch Mischen wird die Unordnung größer (der Informationsgehalt wird kleiner). Durch wiederholtes Mischen wird nie mehr der Anfangszustand erreicht.
In eine Wanne voll kaltem Wasser wird ein Becher mit heißem Wasser hineingestellt. Nach einiger Zeit hat das gesamte Wasser die gleiche Temperatur. Es hat ein Ausgleich stattgefunden.

Die Erde ist ein offenes System. Was kommt von außen in dieses offene System hinein und was bewirkt es? Sonnenstrahlen bewirken eine Erwärmung der Erde. Wärme entweicht in das Weltall. Es ändert sich im Grunde nichts. Durch Solarzellen kann man die Sonnenstrahlen in höherwertige elektrische Energie umwandeln. Das ist das Gegenteil von Entropie und geschieht nicht von selbst. Die Sonne trägt nichts zur Evolution bei. Leben kann trotz offenem System nicht entstehen. Man könnte sich vorstellen, dass Leben aus den Weiten des Weltalls auf die Erde gekommen sein könnte. Bleibt die Frage, wie dieses Leben entstanden sein soll.
Nun haben wir lebende Systeme. Ein Lebewesen ist ein offenes System. Durch die Öffnung ist Nahrungsaufnahme und Ausscheiden möglich. Dies geschieht mit dem Ziel, das Lebewesen am Leben zu erhalten. Es ist unbedingt notwendig. Kann sich das Lebewesen durch die Nahrungsaufnahme höherentwickeln? Entstehen neue Baupläne in den Erbinformationen? Ich denke nicht. Durch Fotosynthese können Pflanzen die Sonnenernergie in höhere Energie umwandeln. Auch dies hat keinen Einfluss auf die Gene, geschieht aber nicht von selbst, sondern wird gesteuert.
Die hypothetische keimfreie Ursuppe war in einem Zustand großer Entropie. Sie hatte erheblich weniger Ordnung als ein Lebewesen. Zur Entstehung von Lebewesen müsste die Entropie abnehmen. Das Naturgesetz der Entropie (2. Hauptsatz der Thermodynamik) müsste auf den Kopf gestellt werden. Die gesamte Ordnung des Universums und die Lebewesen konnten nur durch äußeren Eingriff entstehen, der die Entropie umkehrte.

Kommentare:

  1. Ich halte die Argumentation (welche eigentlich ?) für falsch. Der 2. Hauptsatz der Thermodynamik wird von der Evolution nicht gebrochen.
    In dem Zusammenhang ist es übrigens recht interessant, wenn man sich mal ein Glas Wasser bei 20 Grad Celsius und bei -20 Grad Celsius anschaut. Im warmen Zustand ist das Glas definitiv energiereicher .. und relativ langweilig. Im kalten Zustand und mit einer Lupe oder Mikroskop ausgerüstet lassen sich schon relativ faszinierende Eiskristalle beobachten ... also irgendwie führt eine der Anomalien des Wassers dazu, dass das energieärmere Glas mehr Informationen enthält als das wärmere.
    Wie schon Monod in seinem - übrigens immer noch lesenswerten Buch - "Zufall und Notwendigkeit" festgestellt hat, lässt sich bei der Beobachtung von Kristallen relativ viel über die belebte Materie herausfinden.
    Außerdem wird bei der Betonung des Ordnungsgehaltes von Lebewesen oft übersehen, wieviel Ordnung ein Lebewesen durch Nahrungsaufnahme und Verdauung wieder vernichtet (Was vorher von anderen "aufgebaut" wurde - unterm Strich dann aber wieder wegfällt). Summa summarum kommt das Leben mit relativ wenig lokalen Entropiesenken auf gewaltige Informationsberge (die wir übertrieben wahrnehmen) - steht auch so bei Monod.
    Insgesamt (also bezogen auf das einzige existierende geschlossene System - das Universum) nimmt die Entropie also ständig zu. Aber auf einigen (wenigen .. vielen !?) belebten Planeten (Monden, Meteoren, Sonnen ... !?) kommt es aufgrund von regelmässig beobachtbaren biochemischen Phänomenen zur spontanen Bildung von Leben .. bis irgendwann alle Lichter ausgehen .. aber das dauert noch ziemlich lange.

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  2. Hallo Leser. Ersteinmal allgemein zum (wie ich finde extrem spannenden) Thema Entropie und Biologie: Das Leben ist auf keinen Fall ein Widerspruch zu geltenden Entropiegesetzen. So wie der Herr/Dame vor mir (stimme voll und ganz zu!) erwähnt hat, setzt das Leben die Entropie im ganzen betrachtet hoch. es begünstigt die Energieverteilung und erfüllt alle Regeln der Entropie. Es verteilt letztendlich die energiereiche Sonnenstrahlung in alle Richtungen (Wärmeenergie). Diese Sache sorgt bei vielen Menschen für Verwirrung, da ja Organismen geordente energiereiche Systeme sind, also auf den ersten Blick ein Widerspruch darstellen könnten. Dem ist, wie erwähnt, jedoch nicht so. Wie immer muss man alles auch im Ganzen betrachten. So verwertet jede Lebensform (ob Pflanze, Tier oder anderes) die von Pflanzen, mithilfe von energiereichem entropiearmen Sonnenlicht, hergestellten organischen Stoffe. Was unter'm Strich rauskommt ist entropiereichere Energie in Form von sich verteilender Wärmeenergie. Dort kommt jetzt Evolution ins Spiel. Sie ist der Motor um das funktionierende Entropie-Leben-System immer auf dem neusten Stand der Umweltbedingungen zu halten, sprich sie passt alle Lebewesen an um sie möglichst effizient deren "Job als ehrenwerte Entropiebildner und Freiheitskämpfer" machen lassen zu können. Da wären wir schon beim wissenschaftlichen/biologischem Sinn des Lebens angekommen. Puh, kompliziert aber interessant!;)

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    1. Ich finde das Thema auch sehr spannend ! Es gibt chemische Reaktionen, bei denen die Entropie tatsächlich abnimmt - also z.B. pro 4 Moleküle entstehen 2 neue Moleküle (zB. bei der Bildung von Ammoniak aus H2 und N2). Eine solche Reaktion kann aber nur spontan ablaufen, wenn die Bindungen in den entstandenen Produkten stärker sind als in den Ausgangsstoffen. Dies ist auch der Grund, warum zB. Wasser kristallisiert (Entropieabnahme, aber stärkere Bindungen). Wenn man aber einen ganzen lebenden Organismus betrachtet, macht es keinen Sinn mehr macht, nur noch auf der Ebene von chemischen Reaktionen zu denken. Warum? Die DNA enthält ja bekanntlich unseren ganzen genetischen Code. Ein durchschnittliches Gen besteht aus etwa 1000 Basenpaaren. Pro Basenpaar gibt es 4 Möglichkeiten ( A; T; C; G). Chemisch gesehen wäre es also zB. möglich, ein Gen zu bekommen, welches immer nur aus A - T Paaren besteht. Insgesamt gibt es gemäss Kombinatorik 4^1000 mögliche Anordnungen. Aus dieser praktisch nicht mehr fassbaren Anzahl von Möglichkeiten ist - auf welchem Weg auch immer, dies überlasse ich dem Leser - ein unglaublich geordnetes System hervorgegangen, welches ALLE (!) Informationen des ganzen Organismus beinhaltet. Wichtig ist mir hier - wie erwähnt - dass diese Ordnung nicht direkt mit chemischen Reaktionen zu tun hat. Trotzdem ist die Ordnung so unglaublich, dass man sich natürlich fragt, wie sie zustande kam. Aber wer kann dies beantworten ?

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  3. Nachtrag, an Gerhard I.: Enstehung des Lebens muss kein Widerspruch sein, wenn man z.b. die hypothetischen urtierchen betrachtet. diese hatten einfache Lipidmembranen, welche eine einfache Abgrenzung zur Umgebung und einfachen Stoffwechsel zuließen. Stichwort hydrophobe Effekte!--> diese begünstigen die vermeintliche und leicht missdeutende Ordnung von hydrophoben Stoffen im wässrigen Medium, welche sich aber tatsächlich auf Entropiezunahme begründen lassen. Gruß

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  4. "Entropie entartet langsam zu einem Modewort. Literaten, Biologen und Wirtschaftswissenschaftler verwenden es, um ihren Tiefsinnigkeiten eine wissenschaftliche Aura zu verleihen. Aber wer die Physik vor seinen Wagen spannen möchte, hat sich der Disziplin des exakten Formulierens und Denkens zu unterwerfen. Dieser Aufsatz ist ein Versuch den Wildwuchs des Wortes Entropie zu bändigen............................

    Der Entropiesatz kann nicht als Argument für oder gegen Darwin angeführt werden."
    Prof. Dr. Nico G. van Kampen

    Um das Entropiegesetz zu retten, zieht van Kampen die Notbremse, weil er ansonsten ID-Theorie bestätigen müsste.

    Prof. Dr. Friedrich Herrmann will sich der Altlasten der Physik; also "Entropie und Leben" auf ähnliche Weise entledigen, weil das Leben Das zweite TD-Gesetz nicht sonderlich beachtet.

    Eine einfache Frage für Evolutionisten: Warum war die Entropie des BB so niedrieg?
    Danke!

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    1. Der oben genannte Aufsatz von Hrn. Prof van Kampen ist übrigens wirklich ganz vorzüglich, für den Laien gut lesbar und sollte deshalb an dieser Stelle auch mal verlinkt werden:

      http://www.tphys.jku.at/misc_dat/EntrvKamp.pdf

      Vlt noch ein kurzes Zitat aus dem Text:

      "
      ...
      Der Mißbrauch des Wortes Entropie zur Unterstützung verschwommener Betrachtungen führt zu weiteren unverständlichen Aussagen: ... Christliche Theologen glauben, aus der Entropie auf die Endlichkeit der Welt und dadurch auf das Dasein Gottes schließen zu können ... Niemand lasse sich von solch unbedarftem Gebrauch des Wortes Entropie beeindrucken. Es zeigt nur, wie wenig der Verfasser begriffen hat, was Entropie und Wissenschaft sind. ... "

      Ich habe ein paar Sätze ausgelassen (symbolisiert durch die Pünktchen), aber darauf verzichtet den Sinn zu entstellen, wie das oben leider der Fall ist.

      Eine schlechte Angewohnheit, die vlt von zu häufiger und unverständiger Bibelexegese verstärkt wird.

      Und ja: "Der Entropiesatz kann nicht als Argument für oder gegen Darwin aufgeführt werden", wie das z.B. dieser Blogeintrag fälschlicherweise versucht.

      Man braucht von zwei unabhängigen wissenschaftlichen Theorien nicht mehr zu erwarten, als dass sie sich nicht widersprechen und nur darum geht es ja.

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  5. Ein Lebewesen ist zwar ein offenes System, aber nicht ein Sich Selbst Überlassenes. Würde man es sich selbst überlassen, würde es sterben und verwesen (die höchste Form der Entropie).

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